Konzept

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       Vorwort

        1. WAKITA : Warum dieser Name ?

        2. Konzept der WAKITA-Gruppe des Ev. Kigas Rickling

        Schlußwort

ÖSTLICH VOM HAUS MEINER GROSSMUTTER steigt die Sonne am Morgen aus der Grasebene empor. Einmal in seinem Leben – so glaube Ich – sollte ein Mensch sich mit seinem ganzen Wesen auf ein Stück vertrauter Erde konzentrieren. Er sollte sich einer Landschaft, die er kennt, ganz hingeben, sie aus so vielen Blickwinkeln betrachten, wie es ihm möglich ist, über sie staunen und bei ihr verweilen. In seiner Vorstellung sollte er sie zu jeder Jahreszeit mit seinen Händen berühren und ihre vielfältigen Laute in sich aufnehmen. Er sollte sich die Geschöpfe vorstellen, die dort Leben, und jeden Windhauch spüren, der darüberstreicht. Er sollte in sich die Erinnerung wachrufen an das strahlende Mittagslicht und an alle die Farben der Morgendämmerung und der abendlichen Dunkelheit.

Momaday

N. Scott Momaday (geboren 1934) ist einer der bekanntesten indianischen Autoren. Er lehrt als Professor für Englisch und vergleichende Literatur an der Universität von Standford. Für seinen Roman “House Made of Dawn” erhielt er den Pulitzerpreis. Seine Mutter war Cherokee, sein Vater gehörte dem Volk der Kiowa an, dessen große Wanderung Momaday in dem Buch “Way to Rainy Mountain” beschrieben hat. Aus diesem Werk stammt dieser Text.

 

Vorwort

Der Mensch ist ein Teil der Natur und nicht umgekehrt.

Die Natur in ihrer grenzenlosen Vielfalt ist und war Milliarden von Jahren die Existenzgrundlage jeglichen Lebens auf unserem Planeten Erde. Würde man die zeitliche Entwicklung der Erde in Form einer Uhr darstellen, dann existiert der Mensch erst seit einigen Sekunden. Und dennoch hat der Mensch in verhältnismäßig kurzer Zeit gewaltigen Einfluß auf das Ökosystem Natur genommen. Kinder in den sogenannten Industrieländern erleben ihre unmittelbare Umgebung in erster Linie als eine  von Menschenhand geschaffene Welt. Häuser, Straßen, Industrieanlagen, Fortbewegungsmittel, Konsumgüter, Spielzeug, Parkanlagen, Spielplätze usw. sind alles Dinge, die von Menschen geschaffen worden sind. Ureigenste, lebenswichtige Kreisläufe in der Natur sind ihnen oftmals fremd und unbekannt.

Kinder sind von Geburt an neugierig. Jeden Tag in ihrer Entwicklung erforschen sie sich und ihre Umgebung. Alles was lebendig ist, weckt ihr Interesse und wird mit Spannung verfolgt. Alles “Neue” wird von ihnen mit großer Wertschätzung, Staunen, Phantasie und Lebensfreude empfangen. Sie nehmen ihre Umwelt mit allen Sinnen auf.

“Genau hier kann Naturpädagogik gezielt eingesetzt werden, um Kindern mit den Wurzeln menschlichen Seins vertraut zu machen. Spielen in und mit den Natur läßt Verknüpfungen unterschiedlicher Lebensbereiche entstehen. Das in der frühen Kindheit, also in der Zeit des Be-Greifens, erfahrene Grundgefühl für die Zusammenhänge in der Natur, bildet unseren Erachtens eine Basis für aktives, eigenverantwortliches und mutiges Handeln in der Zukunft. Das selbsterfahrene Grundgefühl für Naturzusammenhänge legt den Grundstein dafür, dass im späteren Schulalter kognitiv ausgerichtete Wissensinhalte über sozial-ökologische, wirtschaftliche und politische Themen sinnvoll miteinander verknüpft und naturbewusst angewendet werden. Es geht nicht um die Vermittlung eines sentimentalen Naturverständnisses, sondern um ganzheitliches Lernen.” *1

Ein Nebeneffekt der naturpädagogischen Arbeit im Waldkindergarten ist außerdem folgender, dass bereits im Kindesalter ein wesentlicher Grundbaustein für das spätere Umweltverhalten gelegt wird. Wer als Kind einmal die Schönheiten und Besonderheiten der Natur kennen und schätzen gelernt hat, wird als Erwachsener eher geneigt sein, sich für den Erhalt und den Schutz von Natur und Umwelt einzusetzen!

Der Mensch ist ein Teil der Natur!

1. WAKITA : Warum dieser Name ?                                                     

Wenn ein Name für eine Waldgruppe gesucht wird, der nicht nur kindansprechend sondern auch einen hohen Identifikationscharakter beinhalten soll, dann ist dies nicht immer sehr einfach. Namen wie Waldzwerge, Waldwichtel oder Frischlinge gibt es schon zahlreich.

Die Suche nach einem Vorbild im Umgang mit der Natur betreffend, erleichterte uns die Aufgabe: Indianer sind ein sehr gutes Vorbild !!! Mit keinem anderen Naturvolk verbinden die Menschen heutzutage so viel liebende Naturnähe und Achtung zu Mutter Erde, wie es die indianischen Völker getan und von Generation zu Generation weitergegeben haben.

WAKITA klingt also nicht ohne Grund indianisch !!!

WEISST DU, DASS BÄUME REDEN? Ja, sie reden. Sie sprechen miteinander, und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst. Aber die weißen Menschen hören nicht zu. Sie haben es nie der Mühe wert gefunden, uns Indianer anzuhören, und ich fürchte, sie werden auch auf die anderen Stimmen in der Natur nicht hören. Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren: Manchmal etwas über das Wetter, manchmal über Tiere, manchmal über den Großen Geist.

Tatanga Mani

Tatanga Mani (Walking Buffalo, geboren 1871, gestorben 1967) gehörte zum Volk der Stoney in Kanada. Obwohl er als Kind von einem weißen Missionar adoptiert worden war und eine gute Schulausbildung erhalten hatte, vergaß er seine Herkunft nie. Er wurde Häuptling seines Stammes in jener schwierigen Zeit, als die Indianer ihren Lebensraum verloren hatten und mit der Zivilisation der Weißen konfrontiert wurden.   

 

2. Konzept der WAKITA-Gruppe des Ev. Kindergartens Rickling                                

Mit dem Wort Konzept assoziiert man sicherlich Geradlinigkeit, rigide Strukturen und evtl. mechanische Abläufe. Der Charakter unseres Konzeptes lässt sich am ehesten mit dem Wort Flexibilität umschreiben. Flexibilität aber nicht im Sinne von: mal sehen, was der Tag so bringt – uns fällt schon noch was ein !?! . Sondern vielmehr dadurch geprägt, dass wir nicht starr an unseren Plänen festhalten. Wir schauen auch intensiv auf die Gruppe und lassen die Kinder fantasievoll unsere Projekte mitgestalten.

Unsere Projekte sind ein Hauptbestandteil unserer pädagogischen Arbeit im Wald. Arbeit ist eigentlich das falsche Wort, vielmehr ist es eine lebhafte und freudige Tätigkeit. Diese Tätigkeit baut in erster Linie auf den Grundelementen von Naturspielpädagogik auf, die von Frau Ute Schulte-Ostermann und Frau Sylva Brit Jürgensen als Weiterbildungsstudium für Menschen, die Kindern und Jugendlichen Natur näher bringen wollen, initiiert wurde und an der Fachhochschule Kiel als zweijährige berufsbegleitende Ausbildung von ihnen angeboten wird. Wir haben dieses Studium als Bereicherung unseres Lebens mit Kindern genossen und freuen uns, das gelernte “Handwerkszeug” in unserer Tätigkeit im WAKITA-Wald nutzen zu können.

Naturspielpädagogik baut in erster Linie auf die kindliche Neugierde und der Tatsache auf, dass Kinder im Spiel sehr viel mehr lernen und letztendlich verinnerlichen können. Ein wichtiger Aspekt hierzu ist auch, die fünf Sinne (riechen, hören, schmecken, tasten, fühlen) der Kinder anzusprechen. In der Naturspielpädagogik unterscheiden wir den jahreszeitlichen Verlauf nicht in Frühling, Sommer, Herbst und Winter, sondern bezeichnen sie in den jeweiligen Naturzuständen:

            Ruhen/Erwachen/Entfalten/Wachsen/Blühen/Fruchten/Reifen/Verwandeln

Ein weiteres Merkmal von Naturspielpädagogik ist die Entwicklung eines Projektes in drei Teilbereichen:

                                                  Erlebnis/Spiel/Werkstatt

Natürlich schauen wir auch auf die Gruppe, deren Entwicklung und auf situationsbedingte Begebenheiten, die die Kinder zum jeweiligen Zeitpunkt bei der Entwicklung eines Projektes bewegen. Wie die Verzahnung von Naturspielpädagogik und situationsorientierten Ansatz in der Praxis von uns umgesetzt wird, können Sie, liebe Leser, unter dem Punkt WAKITA-Projekte 2003/04 nachlesen bzw. anklicken.

Im weiteren Verlauf der Darstellung unserer Tätigkeit wenden wir uns noch einmal unserem Gruppennamen WAKITA zu. Um Sie, lieber Leser, nicht mit “monströsen” pädagogischen Zielformulierungen zu nerven, beschreiben wir anhand der einzelnen Buchstaben, die in dem Wort WAKITA enthalten sind, unsere “WAKITA-Philosophie”.

Das W steht für Wahrnehmung.

Für wahr können Sie uns glauben, dass wir im Ricklinger Forst den schönsten Arbeitsplatz haben, den wir uns vorstellen können. Unser 12,5 ha großes, gepachtetes Waldstück umfasst eine wunderschöne Waldlichtung, in deren Mitte ein kleiner Teich verborgen liegt. Dieser Teich liegt in einer von Gras umwachsenden Mulde, die wiederum von zahlreichen Ahornbäumen umgeben ist. Die Lichtung an sich ist umwachsen von großen Fichten, Douglasien, Buchen, Lärchen und Kiefern. Außerdem gibt es in unserem “WAKITA-Wald” noch junge Eichen und Kastanienbäume.

Da wir keine reine Wander-Waldgruppe sind, hat unser WAKITA-Wald-Gelände eher einen Camp-Charakter. Auf unserem Gelände haben wir im Laufe der letzten vier Jahre  einige “Dinge” errichtet, die unseren Kindern zugute kommen: Eine Schwengelpumpe mit Wasserlauf zum Teich, einen Steg im Teich, zwei Feuerstellen mit Baumstämmen als Sitzgelegenheiten, eine Kompostiertoilette, einen Lehmofen mit Grasüberdachung, eine tiefe Buddelgrube und viele sogenannte “Höhlenbauten” der Kinder.

Nicht zu vergessen unser betagter Bauwagen “Fritz”, der uns und unseren Materialien Obdach gewährt.

Nun könnte man meinen, die sind für eine Waldgruppe richtig “nobel” ausgestattet, fehlt nur noch die Hängematte und eine Schaukel. Stimmt! Haben wir auch. Aber Spass beiseite. In unserem WAKITA-Wald haben wir wirklich gute Voraussetzungen die Elemente des Lebens Feuer/ Wasser/ Erde/Luft den Kindern näher zu bringen und ihre Wahrnehmung zu fördern.

Etwas für wahr – nehmen, bedeutet doch gerade bei Kindern, es mit all seinen Sinnen (riechen, schmecken, hören, fühlen, tasten) zu “untersuchen” und zu begreifen. Wir erleben täglich, wie die WAKITAS ihren Wald wahrnehmen und zwar noch sehr viel intensiver als wir Erwachsenen es tun. Sie sind der Erde viel näher und haben einen Blick für das Unscheinbare. Jede neue Entdeckung wird stolz gezeigt und neugierig begutachtet. Hier und da werden auch Bestimmungsbücher zu Rate gezogen, denn alles wissen wir auch nicht und das ist auch gut so. Wir lernen nämlich gern mit unseren Kindern.

Die WAKITAS nehmen das ganze Jahr, mit seinen unterschiedlichen Naturzuständen und Wetterbedingungen, in ihrem WAKITA-Wald wahr, außer bei Sturm ab Windstärke 9-10 und Eisregen.

Viele Erwachsene können sich den Aufenthalt im Wald bei Dauerregen oder überhaupt im kalten Winter gar nicht vorstellen. Fragt man aber diese nach ihren schönsten Kindheitsspiel-erlebnissen, so fanden diese doch meist draußen in der Natur statt – und nicht nur bei schönstem Sommerwetter.

Die WAKITAS haben ein Motto: “Wir toben gern im Wald, dann wird uns nicht so kalt” oder “Wir sind gern in der Natur, und atmen die Luft am liebsten pur”.

Eltern bestätigen uns regelmäßig, dass ihre Kinder seit ihrem Aufenthalt im Wald gesünder und ausgeglichener sind.

Der Wald bietet den Kindern viele Möglichkeiten, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Bei unseren Fang- und Tickerspielen lernen die Kinder automatisch sich auf unebenen Gelände zu bewegen. Dabei wird automatisch ihr Gleichgewichtssinn geschult, ihre Ausdauer verbessert und ihre Körperlichkeit insgesamt gestärkt.

Wir leben gesund im Wald – für wahr !!!

Das A steht für Achtung                                                                               

Achtung nicht im Sinne von: “Aufgepasst !!! Da fällt gleich ein Baum um !!!”, sondern bezüglich auf Wertschätzung von Lebewesen. Bäume sind nach unserer Auffassung auch Lebewesen. Jeden Morgen auf dem Weg zu unserem WAKITA-Wald bleiben wir an einer ca. hundertjährigen Douglasie stehen und begrüßen unseren Baumgeist (bei genauer Betrachtung der Rinde kann man ein Gesicht erkennen!). Dieser Baumgeist ist uns nämlich wohl gesonnen und wacht während unserer Abwesenheit über unseren WAKITA-Wald!

Nun könnte man meinen, wir wären übergeschnappt, Kindern so einen Blödsinn zu erzählen. Sind wir aber nicht. Fantasie zu haben, zu entwickeln und auszuleben ist doch gerade bei Kindern noch stark ausgeprägt. Rationales Vernunftdenken prägt ihr Leben noch nicht so sehr. In unseren Projekten arbeiten wir gern mit Fantasiefiguren, aber auch mit Handspielpuppen oder imaginären Figuren (z.B. Waldwichtel, Trolle, Waldfeen, Märchenfiguren). Unsere Fabelwesen sind grundsätzlich freundlich unseren Kindern gegenüber gestimmt und sind unsere Freunde.

Auf jeden Fall versuchen wir den Kindern auf unterschiedliche Art und Weise (z.B. durch eigenes Vorbildverhalten) den sorgsamen Umgang zu Lebewesen (Pflanzen, Käfer, Ameisen, Vögel, etc.) näher zu bringen. Schließlich sind wir diejenigen, die im Wald Gäste sind und so haben wir uns auch dementsprechend zu benehmen.

Das A steht aber auch für Aufmerksamkeit und Anerkennung. Bedingt durch die Gruppengröße von max. 18 Kindern und der von uns subjektiv gesehenen, angenehmen Arbeitsatmosphäre, sind wir im Vergleich zu anderen Kindergartengruppen in der glücklichen Situation, den uns anvertrauten Kindern sehr viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Denn jedes Kind bedarf seiner individuellen Aufmerksamkeit, denn es soll sich bei uns angenommen und auch geborgen fühlen. Dazu gehört auch Anerkennung für jeden individuellen Entwicklungsschritt, jedes einzelnen WAKITA-Kindes, mag er auch noch so klein sein. Beispiel: Ein Kind traut, sich zum ersten Mal in einem Kreisspiel in die Mitte zu gehen. Es hat für sich beschlossen, eine Grenze zu überschreiten und geht ein Wagnis ein. Dieses mutige Verhalten wird von uns verbal oder auch mit Applaus von der ganzen Gruppe anerkannt und honoriert.

Die Achtung vor der  Leistung eines anderen WAKITAS anzuerkennen, ist uns genauso wichtig, wie der gegenseitige Respekt voreinander. Ein WAKITA-Motto, das unser gemeinsames Gruppenleben gravierend beeinflusst, heißt: Was du nicht willst, was andere mit dir tun, das tue auch niemand anderem an !!!  Beispiel: Ein Kind bewirft ein anderes mit Sand, das dieses in die Augen bekommt und weint. Wenn ich nun dieses (Sand in den Augen) für mich selber nicht erleben möchte, dann sollte ich es auch nicht einem anderen antun.

Nun passieren diese unangenehmen Dinge oftmals im Affekt, da Kinder nun einmal erst handeln und dann fühlen und denken. Aber in der Reflektion des Geschehenen wird unsere Lebensphilosophie den Betroffenen noch einmal in Erinnerung gebracht mit der Hoffnung, dass es beim nächsten Mal nicht wieder passiert.

Bei Streitigkeiten in der Gruppe, in denen wir eingreifen, holen wir uns grundsätzlich andere WAKITAS zu Rate, die mit dem Streit offensichtlich nichts zu tun haben. Durch diese Herangehensweise erhalten wir oftmals ein objektiveres Bild der Sachlage und können mit Hilfe der anderen Gruppenmitglieder ein “Urteil” aussprechen. Im Laufe eines Kindergartenjahres lernen die Kinder eigene Konfliktstrategien zu entwickeln und brauchen dann unseren ”Richterspruch” gar nicht mehr.

ACHTUNG !!! nun geht es weiter mit dem nächsten Buchstaben.

Das K steht für Kommunikation                                                                     

Was für ein Wort  - und doch so einfach. Im Wald müssen wir viel miteinander sprechen. Wir müssen es tun und die Kinder sowieso. Denn wie will ich meinem gegenüber klar machen, das mein Ast kein Holzstück darstellt, sondern von nun an (“aus Spaß”) ein Bohrer ist, der für mein Rollenspiel als Tischler ein wichtiges Werkzeug ist. Oder die lange Astgabel von nun an mir dabei behilflich sein wird,, einen Trecker darzustellen, der wie ein Frontlader schwere Sachen abtransportieren kann. Dies kann ich nur mit Sprache, evtl. auch mit Gestik und Mimik den anderen WAKITAS vermitteln. Das phantasiereiche Spielen im Wald, mit ausschließlich nur Naturmaterialien “zwingt” die Kinder regelrecht dazu, sich ihre Ideen mitzuteilen und das gemeinsame Rollenspiel weiter zu entwickeln. Denn wir haben kein Spielzeug im Wald !!! Wir haben kein Playmobil, Lego, Bauklötzchen u.s.w., also in seiner Funktion vorgefertigtes Spielzeug. Wenn ein WAKITA Feuerwehr spielen möchte, dann wird im Wald gesucht und garantiert auch etwas gefunden, was “aus Spaß” seine eigentliche Gestalt und Funktion verändert und dem Spiel dienlich sein wird. Kinder sind von Natur aus phantasievoll und wir haben noch kein Kind erlebt, das sich einen ganzen Vormittag gelangweilt hat. Dazu kommt es auch gar nicht, da wir Erwachsenen den Kindern immer ein oder mehrere Angebote anbieten.

Morgen- und Abschlusskreis gestalten wir, es sei denn, ein Kind hat Geburtstag, dann ist es der “Bestimmer”.

Im sogenannten Freispiel können unsere WAKITAS ihre Spielideen freigiebig ausleben. Den  In unseren Kreisen wird grundsätzlich viel gesungen und sich bewegt. Wir haben ein verhältnismäßig großes Repertoire an Liedern, die ein WAKITA im Laufe seiner Kindergartenzeit lernt. Außerdem üben wir uns dann und wann auch in der plattdeutschen Sprache. Hierzu besteht ein enger Kontakt zum Plattdeutschen Verein in Rickling, der uns regelmäßig zu seinem Jahresfest einlädt. 

Vor dem gemeinsamen Frühstück lesen oder erzählen wir eine Geschichte. Diese steht dann oftmals im engen Zusammenhang mit unserem Projekt oder es handelt sich um eine Natur- bzw. Tiergeschichte. Nach der Geschichte spricht ein WAKITA-Kind ein Morgengebet und ein gemeinsames “Guten Appetit”.

Jeden Mittwoch halten wir vor dem Frühstück einen WAKITA-Rat. Hier hat jedes Kind die Möglichkeit, bestimmte Themen oder Vorschläge dem Rest der Gruppe vorzutragen. Hierzu erhält es einen selbst geschnitzten Redestab, der dem jeweiligen Sprecher die ungeteilte Aufmerksamkeit der anderen zusichert. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß gerade die jüngeren Kinder dieses Forum nutzen, um auch einmal im Mittelpunkt stehen zu können.

Übrigens sind wir WAKITAS die vergnüglichsten Versreimer weit und breit. Helge Schneider oder auch Heinz Erhardt hätten die größte Freude an uns. Beispiel: “Hast du eine Mutter, dann hast du immer Butter im ... Schrank” (von Helge Schneider). “Hast du einen Vater, dann hast du immer Theater im ... Haus.” (von WAKITA).

Also, lieber Leser, sie merken schon: Sprache ist ein wichtiges Kommunikationsmittel in unserem WAKITA-Wald

Wichtig ist uns aber auch die Kommunikation nach außen. Ein guter Draht zu unseren Eltern, die uns ihre Kinder anvertraut haben, ist uns ganz wichtig. Wir führen mindestens zwei Elterngespräche in einem Kindergartenjahr, die wir möglichst in unserem WAKITA-Wald durchführen. Bisher haben wir mit dieser Praxis sehr gute Erfahrung gemacht.

Da wir über genügend Platz verfügen, laden wir zu unseren Festen grundsätzlich alle Interessierten an der WAKITA-Gruppe ein. So erfreuen sich viele Menschen an unseren Aufführungen und unser Bekanntheitsgrad vergrößert sich automatisch.

Ganz wichtig ist uns die sehr gute Zusammenarbeit mit unserem phantastischen Förster und seinen stets hilfreichen Mitarbeitern. Auch hier gilt: Ohne Kommunikation - läuft nix !!!.      

Das I steht für Individualität.

Jedes WAKITA-Kind hat eine eigene Persönlichkeit, eine eigene individuelle Entwicklungszeit. Jeder/Jede wird mit seinen/ihren Stärken und Schwächen angenommen.Wir glauben ganz fest daran, dass jedes Kind in seiner Kindergartenzeit den eigenen Weg finden und gehen wird. Es bestimmt von sich aus die Zeit, die es für bestimmte Entwicklungsschritte braucht. Wir sind die Begleiter und Unterstützer auf diesem Weg.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir überlassen keinen in einem grenzenlosem Freiheitsraum, in dem er oder sie machen kann, was er oder sie will. Wir erziehen die Kinder nicht zu selbstsüchtigen Egoisten, die nur auf sich schauen und für sich den größt möglichen Vorteil suchen. Unser Schwerpunkt liegt im gemeinsamen Aufbau einer gut funktionierenden Gemeinschaft von Individualisten. Wir nutzen die Stärken jedes einzelnen, das macht uns gemeinsam stark. Und nicht zu vergessen: Es gibt viele Regeln bei uns. Sehr viele!!!

Wir WAKITAS singen oftmals ein Lied, das unseren Gemeinschaftssinn wundervoll beschreibt:

“Ich bin ein WA-KI-TA und halt ganz fest zu dir” (rechte Hand zeigt zum re. Nachbarn)

“Du bist ein WA-KI-TA und hältst ganz fest zu mir” (linke Hand zeigt zum li. Nachbarn)

“Gemeinsam sind wir Freunde, das ist schön” (gemeinsam fassen wir uns im Kreis an)

“Gemeinsam werden wir die Wunder sehen” (die rechte Hand an die Stirn haltend-suchend)

“HOW !!!”

Das T steht für Tagesablauf                                                                                   

Ein WAKITA-Vormittag sieht folgendermaßen aus:

8.15 Uhr treffen wir uns mit den Kindern, die in Fahrgemeinschaften der Eltern gebracht werden, an einer Holzschranke im Ricklinger Forst. Die Kinder aus dem Frühdienst des Ev. Kindergartens Rickling kommen mit dem VW-Bus (“Waldemar”) zum Treffpunkt. Auch die Langzeitkinder können in die WAKITA-Gruppe!!!

Dann gehen wir gemeinsam zu unserer WAKITA-Waldlichtung. Auf diesem ca. fünfminütigem Weg begrüßen wir den schon angesprochenen Baumgeist. In unserem Waldstück angekommen bringen wir unsere Rucksäcke je nach Wetterlage zu unserem Frühstücksplatz. Anschließend treffen wir uns bei unserem Totempfahl und machen einen sogenannten Morgenkreis. Hier singen wir zusammen ein Lied und spielen evtl. noch (je nach Lust und Laune oder weil wir bezüglich unserer Projektarbeit etwas vorbereitet haben). An kalten Tagen werden auf jeden Fall Bewegungsspiele durchgeführt.

Dann beginnt eine sogenannte Freispielphase, die bis ca. 9.45 Uhr andauert. In dieser Zeit können die WAKITAS aber auch malen, schnitzen oder uns bei der Verrichtung notwendiger Arbeiten, wie z.B. Lagerfeuer vorbereiten , helfen.

Vor dem Frühstück (am Lagerfeuer oder bei Regen im Kerzenlicht im Bauwagen “Fritz”) lesen wir noch eine Geschichte vor. Anschließend spricht ein Kind ein Frühstücksgebet und dann wünschen wir uns gemeinsam “Guten Appetit!”. Das Frühstück dauert in der Regel eine halbe Stunde.

Nun beginnt Freispielphase Nr.2. Entweder setzen die WAKITAS ihre Rollenspiele aus der ersten Freispielzeit fort oder sie gestalten aufgrund neuer Gruppenkonstellationen neue Spielideen. Übrigens sitzen wir Erwachsenen während der Freispielphasen nicht nur faul herum und trinken heißen Kaffee oder Tee aus der Thermoskanne, sondern spielen auch intensiv mit, geben hier und da Impulse und lassen unseren “Spieltrieb” freien Lauf. Denn irgendwie können wir davon nicht genug kriegen.

Je nach der Situationslage (Projektarbeit, Geburtstag, Wetterlage etc.) entscheiden wir ab 11.00 Uhr, wie wir den Rest des Vormittages gestalten. Machen wir ein “großes Spiel” oder ein “kleines”. “Großes Spiel” bedeutet, dass wir den gesamten WAKITA-Wald in das Spiel einbeziehen, z.B. unser beliebtes Ticker- und Fangspiel “Habicht und Eichhörnchen”. Ein Spiel mit viel Brisanz und Dynamik. Ein “kleines Spiel” ist ein Kreisspiel bei unserem Totempfahl. Dieses beginnt auch erst so gegen 11.20Uhr. Zum Schluss gibt es einen Abschlusskreis, der wieder mit einem gemeinsamen Lied ausklingt. Dann geht’s wieder zurück zum Treffpunkt an der Schranke. Natürlich gestalten wir Vormittage auch noch ganz anders, wie z.B. bei unseren Ausflügen und Wanderungen.                          T ist nun zu Ende

Das A steht für Allgemein.                                                                    

Endlich der letzte Buchstabe, der letzte Punkt in dem alles geschrieben werden kann, was noch nicht zur Sprache gekommen ist. Aber womit anfangen. Am besten wir gehen alphabetisch vor.

A wie ... ach so, das hatten wir schon.

B wie Bauwagen: Haben wir, etwas betagt aber gemütlich.

C wie Chamäleon: Haben wir nicht im Wald. Wir verwandeln uns lieber selbst.

D wie Dudelsack: Können wir noch nicht spielen, dafür aber auf der Gitarre.

E wie Einfall : Wir sind für neue Ideen immer offen !!!

F wie Frühstück: Nur Vollwertkost, Obst und Gemüse. Warme Getränke im Winter.

G wie Gesundheit: Kranke Kinder nicht in den Wald schicken.

H wie Hammer: Haben wir, dürfen die Kinder zum Werkeln gern benutzen.

I wie Iglu: Bauen wir, wenn es genug Schnee gibt.

J wie Joghurt: Bloß nicht – der Rucksack dankt von ganzem Herzen!

K wie Klo: Haben wir, eine gemütliche Kompostiertoilette mit kinderfreundlichem Sitz!

L wie Liegestuhl: Haben wir nicht, dafür eine Hängematte.

M wie Mütter: Die mal bei Krankheit aushelfen, sind toll!!!

N wie Natur: Na ??? Haben wir ... Natur pur!!!

O wie Opa und Oma: Sind bei uns immer herzlich willkommen denn die wissen viel.

P wie Petrus: Wir sind bei fast jedem Wetter im Wald, außer bei Sturm oder Eisregen.

Q wie Qualität: Wir besuchen regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen.

R wie Regeln: Regeln haben wir. Wir bestimmen sie- sie nicht über uns.

S wie Sonne: Haben wir, auf jeden Fall immer im Herzen.

T wie Thermoskanne: Sollte jedes Kind haben, besonders eine, die nicht ausläuft.

U wie Uhu: Den Kleber haben wir nicht, aber den Vogel!

V wie Vogel: Haben wir !?!

W wie WAKITA: Ach, nicht schon wieder.

X wie Xylophon: Werden wir wohl eher mal als einen Dudelsack im Wald spielen.

Y wie ... : O.k., weiter

Z wie Zwiebellook: Mehrere Kleidungstücke übereinander. Sehr empfehlenswert!!!

Allgemein können wir nun getrost zum Schlusswort übergehen !!!

Schlusswort

Wir hoffen, dass unser etwas unkonventionell verfasstes Konzept Ihnen, liebe Leser, gefallen hat. Sicherlich sind hier und da noch einige Fragen bzw. Antworten darauf offen geblieben.

Aber wir WAKITAS sind, wie Sie ja nun wissen, kommunikativ. Besuchen Sie uns doch einmal oder schicken Sie uns eine E-Mail, wenn sie auf unserer Website (www.wakita.de) gewesen sind.

Wir freuen uns über jede Rückmeldung !!!

Sollten Sie, liebe Eltern, Interesse an unserer WAKITA-Gruppe haben, melden Sie sich doch bitte an den Ev. Kindergarten Rickling im Eichbalken 2c in 24635 Rickling.

Übrigens ist die WAKITA-Gruppe nicht, wie so viele andere Waldgruppen, aus einer gewissen Raumnot bzw. Platzmangel entstanden, sondern vielmehr aus der Überzeugung, dass dieses besondere pädagogische Angebot den uns anvertrauten Kindern sehr zugute kommt und ihnen für ihre weitere Entwicklung sehr hilfreich sein wird. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Waldkindergartenkinder sehr wohl gut vorbereitet in die Schule gehen und sie einen Vergleich mit anderen Kindern aus Regelgruppen nicht scheuen müssen.

Eine Frage wollen wir noch klären: Wieso wird WAKITA in Großbuchstaben geschrieben???

Ganz einfach. Wenn Mann/Frau von einer Sache so überzeugt ist, wie wir es beide sind, dann darf Mann/Frau auch mal getrost über die Stränge schlagen und mit aller Deutlichkeit (in Form von Großbuchstaben) auf diese großartige Sache für Kinder hinweisen!!!

Wir grüßen alle unsere Kollegen und Kolleginnen aus den anderen Wald- und Naturgruppen, insbesondere die Freunde von NATURSPIELPÄDAGOGIK!!!

Mit froh gelaunten Waldgrüßen

                   Rita Siefke-Fröhlich  und  Scotty  Andresen                                                                                                        

*1 aus der Konzeption Natur-Spiel-Pädagogik von Ute Schulte-Ostermann und Sylva Brit Jürgensen