Bildungskonzept

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Bildungskonzept der Waldgruppe WAKITA

1.  Bild vom Kind

2.  Rolle der Fachkraft

3.  Bildung als gemeinsame Aufgabe

    3.1.  Zusammenarbeit mit den Familien

    3.2.  Zusammenarbeit mit der Schule

4.  Querschnittsdimensionen

    4.1.  Nachhaltigkeit

    4.2.  Lebensweltorientierung

    4.3.  Partizipation

    4.4.  Genderbewußtsein

    4.5.  Interkulturalität

    4.6.  Förderung und Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen

5.  Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Lernkompetenz

    5.1.  Selbstkompetenz

    5.2.  Sozialkompetenz

    5.3.  Lernkompetenz

6.  Bildungsbereiche

    6.1.  Körper, Gesundheit und Bewegung

    6.2.  Sprache, Schrift und Kommunikation

    6.3.  Mathematik, Naturwissenschaft und Technik

    6.4.  Kultur, Gesellschaft und Politik

    6.5.  Gestalten,  Darstellen, Musik, Theater und Medien

    6.6.  Ethik, Religion und Philosophie

 

1. Bild vom Kind

Alle Kinder bekommen von Anfang an die gleiche Wertschätzung von uns entgegengebracht. Wir sehen jedes  Kind mit seinen Stärken und Schwächen als einmalig an und es erhält Raum für  seine individuelle Entwicklungszeit. Jedes Kind bedarf unserer Aufmerksamkeit, denn es soll sich angenommen und geborgen fühlen. Dazu gehört Anerkennung für jeden Entwicklungsschritt, mag er auch noch so klein sein. Beispiel: Ein Kind traut sich zum ersten Mal in einem Kreisspiel in die Mitte zu gehen. Es hat für sich beschlossen, eine Grenze zu überschreiten und geht ein Wagnis ein. Dieses mutige Verhalten wird von der ganzen Gruppe honoriert.

Wir sehen Kinder als Forscher und Konstrukteure, als wachsende Persönlichkeiten, die wir in einer entscheidenden Phase ihres Lebens begleiten dürfen. Der respektvolle Umgang miteinander ist das Fundament unserer Arbeit.

 

 2.  Rolle der Fachkraft

Ausserhalb der Familie sind wir oftmals die ersten Bezugspersonen, zu denen die Kinder Vertrauen fassen. Wir sind uns der Verantwortung bewußt. Wir sehen uns als Begleiter der Kinder. Wir sind nicht allwissend und befinden uns wie auch die Kinder in einer sich ständig weiterentwickelnden Welt. Das, was wir nicht wissen, lernen wir mit den Kindern gemeinsam.

 

3. Bildung als gemeinsame Aufgabe

3.1.  Zusammenarbeit mit den Familien

Da wir ganzheitlich arbeiten, sind wir bestrebt, daß die Kinder die Erfahrungen und das Wissen, das sie mit nach Hause nehmen, auch in ihrer familiären Lebenswelt entfalten können. Deshalb ist uns ein guter Kontakt zu den Familien sehr wichtig. Wir informieren sie über die Methoden und Inhalte unserer Arbeit, sie haben die Möglichkeit, einen Vormittag mit uns und den Kindern im Wald zu verbringen, es besteht jederzeit die Möglichkeit für ein Gespräch. Bei häuslichen Problemen stehen wir als Gesprächspartner zur Verfügung und versuchen, Lösungen aufzuzeigen. 

3.2.  Zusammenarbeit mit der Schule

Es findet ein intensives Gespräch für jedes Kind mit der Schulleitung statt, an dem eine Fachkraft der WAKITAS teilnimmt. Hier wird besprochen, welche Kinder im Sommer in die Schule kommen, und mit Zustimmung der Eltern werden auch Probleme, bzw. Defizite angesprochen, so daß die Schule schon frühzeitig Fördermaßnahmen in die Wege leiten kann.

Für jedes Kind wird jeweils am Anfang und am Ende des Kindergartenjahres ein Entwicklungsprofil erstellt, das der Schule als Hilfestellung dienen kann.

Mit der gesamten WAKITA-Gruppe besuchen wir im Frühjahr die Schule und nehmen in einer Klasse am Unterricht teil, so daß sich unsere Kinder ein Bild davon machen können, was sie nach den Sommerferien erwartet. Im Gegenzug laden wir die Schulklasse zu uns in den Wald ein, damit auch die Lehrerin und die SchülerInnen sich ein Bild vom Waldkindergarten machen können.

 

4.  Querschnittsdimensionen

4.1.  Nachhaltigkeit

Eine wichtige Aufgabe sehen wir darin, Verantwortung für die Natur zu übernehmen. Grundvoraussetzung für unser Tätigkeit im Wald ist eine Haltung von Wertschätzung und

Akzeptanz für unsere natürliche Umgebung. In der Nachahmung des gelebten Vorbildes kommen die WAKITAS in eine zukunftserhaltende Handlungsfähigkeit. Durch die Entwicklung der Phantasiekräfte, des Spiels und des Handwerks führt dieser Ansatz zu einer zukunftsorientierten Erlebnisfähigkeit der Kinder. Erst der ständig wiederholte Zugriff auf die Vielfalt der natürlichen Phänomene weckt Staunen, Begeisterung und den Wunsch in der Natur mit der Natur tätig zu sein. Umwelt und Pädagogik werden zur gelebten Einheit verbunden.

Wir haben Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge und eine   Empfindung der Bedeutung und Eigenwertigkeit der Naturphänomene. Diese Verbindung von Kenntnis und Empfindung führt unserer Meinung nach zur Übernahme der Verantwortung sowohl für die bestehende als auch für die zukünftige Natur. Beide Fachkräfte sind ausgebildete Naturspielpädagogen (2-jähriges berufsbegleitendes Studium an der Fachhochschule Kiel)

4.2.  Lebensweltorientierung

Durch den regen Kontakt zu den Familien unserer Kinder haben wir einen genauen Einblick in die  Lebenswelt  der WAKITAS ausserhalb der gemeinsam verbrachten Zeit im Wald. Die Eltern verbringen im Laufe des Kindergartenjahres einen Vormittag bei uns im Wald, hier führen wir Elterngespräche, verschaffen den Eltern einen Einblick in unsere Arbeit und sie können sich ein Bild davon machen, wie ihr Kind im Wald die Zeit verbringt.

Bei unseren gemeinsamen Mahlzeiten  findet sich immer Zeit, um sich über persönliche Angelegenheiten auszutauschen, so dass wir alle über Erlebnisse und Aktivitäten der WAKITAS  informiert sind. Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht und über Befindlichkeiten geredet.

Um unsere Arbeit nach aussen hin zu stärken und die Eltern noch mehr einzubinden, haben wir den Verein „Waldkinder Rickling e.V.“ gegründet. Hier können sich die Eltern engagieren und uns tatkräftig unterstützen.

4.3.  Partizipation

Wir verstehen die WAKITA-Gruppe als eine Gemeinschaft von Menschen, die bei Wind und Wetter täglich im Wald zusammenkommen, um gemeinsam eine erlebnisreiche Zeit zu verbringen. Morgen- und Abschlusskreis wie auch das gemeinsame Frühstück und Mittagessen sind feste Bestandteile unseres Vormittags. Ausflüge und Wanderungen in andere Waldgebiete, sowie eine Übernachtungsfahrt unterstützen unseren gemeinschaftlichen Charakter. Feiern mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden gehören in den Jahreszeitenverlauf der WAKITAS.

Beim Sommerfest wird jedes WAKITA-Kind „getauft“ und erhält einen eigenen WAKITA-Namen. Unser Motto lautet: Einmal WAKITA- immer WAKITA. Die Kinder, die schon in die Schule gehen, sind bei uns immer herzlich willkommen. Für Grundschulkinder bieten wir einmal wöchentlich am Nachmittag die WATANKA-Gruppe an, in der wir ebenfalls naturspielpädagogisch arbeiten.

Jeden Mittwoch vor dem Frühstück halten wir unseren WAKITA-Rat ab. Dieser beginnt immer mit einem Räucherritual. Im WAKITA-Rat wird über alles gesprochen, was die Gruppe betrifft. Hier werden Vorschläge für weitere Aktivitäten gesammelt, Konflikte ausgetragen, gemeckert, gelobt und Gefühle geäussert. Es spricht nur derjenige, der den Redestab in der Hand hält, alle anderen hören zu. Im Gruppenbuch wird jeder WAKITA-Rat dokumentiert. Vorschläge von Seiten der Kinder versuchen wir nach Abwägung der Realisierbarkeit in den kommenden Tagen oder Wochen zu verwirklichen. Sind sie nicht zu realisieren, erklären wir es den Kindern.

Im WAKITA-Rat werden auch Regeln unseres gemeinschaftlichen Lebens auf ihren Sinn und Zweck hin überprüft und diskutiert. So kann es vorkommen, daß wir bestehende Regeln ändern oder ganz aufheben. Gelebte Demokratie heißt aber nicht, daß jede Regel zur Diskussion gestellt wird: Regeln, die unsere Verantwortung, z.B.  Aufsichtspflicht, gegenüber den Kindern betreffen, werden von uns festgelegt und stehen nicht zur Debatte.

Beschwerdemanagement

Die Kinder haben im WAKITA-Rat die Möglichkeit zur Beschwerde, s.o. sowie unter 5.2 Sozialkompetenz. Beschwerden werden innerhalb des WAKITA-Rates geklärt, die Rückmeldung erfolgt durch uns.

Für die Eltern besteht die Möglichkeit zur Beschwerde auf dem Elternabend, hier werden auch die ElternvertreterInnen gewählt. Die Eltern können sich jederzeit an sie wenden. Unzufriedenheiten finden auch bei den regelmäßig stattfindenden Elterngesprächen Gehör. Bei Problemen können zusätzliche Gespräche von Elternseite anberaumt werden. Auch die täglichen „Schrankengespräche tragen zur Klärung von Unklarheiten oder Unzufriedenheiten bei. Eine telefonische Rücksprache mit uns jederzeit möglich.

Beide TeamkollegInnen sind gleichermaßen für Unzufriedenheiten und Beschwerden zuständig, sowohl der Kinder als auch der Eltern.

Bei Elternbeschwerden gibt es ein „4-Augengespräch“ , kommt es nicht zu einer Klärung, werden Leitung und ElternvertreterInnen hinzugezogen.

Wir streben eine schnellstmögliche Klärung von Unzufriedenheit und Beschwerden an, Rückmeldung erfolgt durch uns, evtl. auch in Absprache mit der Leitung.

Wenn eine Beschwerde zu Veränderungen führt und sie sich als praxistauglich erweist, kann sie ins Konzept einfließen.

 

4.4.  Genderbewußtsein

Die WAKITA-Kinder haben den grossen Vorteil, dass sie von einer Frau und einem Mann betreut werden. In unserer eigenen Lebenseinstellung existieren keine reinen männlichen oder weiblichen Arbeitsmethoden bzw. –strukturen. Wir leben emanzipiert: mit der Motorsäge arbeiten, Bäume fällen und Feuerholz spalten ist bei uns keine Männersache, eingenässten Kindern zu trockenen Kleidern zu verhelfen ist keine Frauensache. Im WAKITA-Wald gibt es keine Puppenecke und keinen Bauteppich. Unsere Beschäftigungsmaterialien wie z.B. Pferdeleinen, Schnitzmesser, Werkzeug und Malstifte werden von Jungen und Mädchen gleichermassen genutzt. Natürlich beobachten wir im Freispiel, dass sich zum Teil Mädchen anders beschäftigen als Jungen. Überschneidungen beider Spielwelten sind eine Bereicherung für das jeweilig andere Geschlecht, auch wenn diese nicht immer konfliktfrei ablaufen.

In unseren gemeinsamen Kreis-, Fang- und Tobespielen achten wir darauf, daß bei jedem Wechsel der Spielrolle ein Junge ein Mädchen aussucht oder umgekehrt.

In unseren Projekten zum jeweiligen Naturprozeß schlüpfen wir Erwachsenen in bestimmte Rollen, wie z.B. Waldfee, Professoren, Schwarzspecht oder Stiefmütterchen. Die Vergabe der Rollen geschieht nicht geschlechtsspezifisch.

4.5.  Interkulturalität

Wir achten die Originalität jedes Kindes. Wir interessieren uns für seine bisherige Lebensgeschichte, den momentanen Lebenshintergrund und sind aufgeschlossen und neugierig auf unterschiedliche Kulturen. Kinder mit Migrationshintergrund sind bei uns willkommen, denn das Kennenlernen unterschiedlicher Kulturformen, Religionen und gelebter Rituale ist spannend zu erleben, empfinden wir als Bereicherung in unserem täglichen Leben und kann der gegenseitigen Toleranz in unserer Gesellschaft nur dienlich sein.

4.6.     Förderung und Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen

Jedes Kind hat bei uns einen Anspruch auf seine eigene Entwicklungszeit. Wir nehmen die Stärken und Schwächen eines uns anvertrauten Kindes wahr und fördern es in seinem Selbstbewusstsein, indem wir es in erster Linie auf seine Stärken hin ansprechen. Fühlt ein Kind sich erst einmal in sich gestärkt, kann es auch an seinen Schwächen arbeiten und von uns gefördert und gefordert werden. Traut sich ein Kind von einem Tag auf den anderen z.B. im Kreisspiel eine bisher abgelehnte Aufgabe zu übernehmen, wird es von der ganzen Gruppe durch Lob bestärkt. Das Hervorheben eines auch noch so kleinen Entwicklungsschrittes vor der Gruppe ist uns sehr wichtig.

Kinder mit Förderbedarf sind bei uns willkommen. Wir arbeiten eng mit HeilpädagoInnen, LogopädInnen und ErgotherapeutInnen zusammen, die auch zu uns in den Wald kommen.

 

5. Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Lernkompetenz

5.1.  Selbstkompetenz

Die Entwicklung von Selbstkompetenz, also die Fähigkeit, eigenverantwortlich zu handeln, findet bei uns in erster Linie in unserer Freispielphase statt. Hier entscheidet jedes Kind für sich selbst, was, wie und mit wem es spielen möchte. Im Rollenspiel, die häufigste gemeinsame Spielart der WAKITAS, kann sich jeder mit seinen Spielideen und Aktivitäten einbringen. Je nach

Rollenspielthema spielt ein Kind eine über- oder untergeordnete Rolle. Kein Kind wird auf Dauer eine untergeordnete Rolle für sich akzeptieren und entwickelt Strategien, um seiner Spielrolle einen anderen Stellenwert zu geben. Dies verläuft nicht immer konfliktfrei. Auf Wunsch der Kinder werden mit uns gemeinsam Konfliktlösungsstrategien überlegt und praktiziert.

Das Spielen mit Naturmaterialien fördert die individuelle Kreativität jedes Kindes. Gerade im Wald, ohne vorgefertigtes Spielzeug, lernen die Kinder für sich zu experimentieren, zu

tüfteln und zu erfinden. Sie sind große Entdecker, denn sie sind der Mutter Erde viel näher als wir und haben einen Blick für das Kleine, Unscheinbare. Wir freuen uns mit ihnen, wenn sie wieder einmal vor uns etwas entdeckt haben. Nur wenn Kinder sich als kompetent erleben, können sie Selbstvertrauen und Leistungsbereitschaft entwickeln.

Da sich in unserem Bauwagen einige Beschäftigungsmaterialien, wie z.B. Schnitzmesser, Malstifte, Bestimmungsbücher, Musikinstrumente, Werkzeuge und Verkleidungsutensilien befinden, haben die WAKITAS die Möglichkeit, sich kreativ, gestalterisch und musikalisch zu erproben.

5.2.  Sozialkompetenz

Wir leben in einer Gemeinschaft, die auf gegenseitige Achtung, Toleranz und Anerkennung jedes einzelnen Gruppenmitgliedes baut. Wir praktizieren auf der Basis der christlichen Nächstenliebe folgendes Lebensmotto: Was du nicht willst, was ein anderer mit dir tut, das tue auch keinem anderen an.

Im Zusammenleben und im gemeinsamen Spiel bewältigen die WAKITAS gemeinsam Aufgaben, lernen, mit anderen zu kooperieren, nach Lösungen für Probleme zu suchen (WAKITA-Rat), sich gegenseitig zu helfen, Verantwortung für eine gemeinsame Sache (Projektarbeit) zu übernehmen. Wir lernen, konstruktiv Kritik zu üben und anzunehmen, Schwächeren zu helfen und sich in andere einzufühlen.

5.3.  Lernkompetenz

Unserer Auffassung nach befinden sich Menschen während ihres gesamten Lebens in einer Lernphase. Wir erklären uns den Kindern gegenüber nicht als allwissend. In der Entwicklung unserer Projektarbeit zum jeweiligen Naturprozess und unter Berücksichtigung spezieller Gruppengeschehnisse lassen wir bewusst einen Freiraum für die Ideen und Lösungsvorschläge der Kinder. Die Umsetzung dieser Lösungsvorschläge ist immer wieder spannend und verhilft uns zu einer kreativen Arbeit. Wir lernen gerne mit unseren Kindern.

 

6.   Bildungsbereiche

6.1.   Körper, Gesundheit und Bewegung

Unsere Kinder sind bewegungs-, sinnes- und körperbetont und der Wald bietet ihnen in unserer geregelten Lebenswelt ein Reservat für Wildheit und Bewegung.

Kinder, die sich ausreichend bewegen, das Wechselspiel von Risiko und Sicherheit erfahren, lernen Schritt für Schritt ihre Kräfte einzuschätzen. Bewegung an der frischen Luft, Wind und Wetter stärken das Immunsystem. Unsere Kinder lernen den Wald als Ort der Ruhe, Schönheit und Erholung kennen.

Bei unseren Fang- und Tickerspielen lernen die Kinder, sich auf unebenem Gelände zu bewegen. Ihr Gleichgewichtssinn wird geschult, ihre Ausdauer verbessert und ihre Körperlichkeit insgesamt gestärkt.

6.2.  Sprache und Kommunikation

Im Wald gibt es kein vorgefertigtes Spielzeug, d.h. die Kinder spielen ausschliesslich mit Naturmaterialien. Diese Art des Spielens setzt Kommunikation in Form von Sprache voraus, denn die Kinder müssen sich mitteilen. Phantasiereiche Rollenspiele verlangen die Auseinandersetzung mit den Spielpartnern, wer übernimmt welche Rolle, wie sieht der Spielverlauf aus, usw., ein ständiger Austausch von Ideen in Form von Sprache erfolgt.

Auch im wöchentlich stattfindenden WAKITA-Rat sind die Kinder gefordert, ihre Meinung zu sagen, Konflikte auszutragen und Ideen für die kommende Woche vorzutragen und sie tun es gerne.

Vor den Mahlzeiten lesen wir den Kindern immer eine Geschichte vor, die sich über mehrere Tage erstreckt. Am folgenden Tag erzählen die Kinder den bis dahin gelesenen Teil der Geschichte nach. Bestimmungsbücher für Flora und Fauna sowie diverse Naturführer stehen jederzeit zur Verfügung.

Einem Teil unserer Arbeit widmen wir der phonologischen Bewusstheit. Die spielerischen Übungen finden mit den Kindern, die im Sommer in die Schule kommen statt.

Respektvolles Zuhören sowohl von unserer Seite als auch von Seiten der Kinder ist für uns selbstverständlich

6.3.   Mathematik, Naturwissenschaft und Technik

Durch unsere Projektarbeit zu den Naturprozessen Erwachen Entfalten Wachsen Blühen Fruchten Reifen Verwandeln Ruhen entdecken und erleben unsere Kinder Naturphänomene auf ganz spielerische Art und Weise. Die Natur dient als unerschöpfliche Quelle für Spielideen, Entdeckungen, Erfindungen und Kunstwerke. Zur Verfügung stehen jedem Hand, Herz und Kopf, die darauf warten, miteinander verknüpft tätig zu werden. Auf natürliche Art und Weise, indem die Kinder in und mit der Natur leben, nehmen sie den Wechsel der Jahreszeiten am eigenen Körper wahr, spüren Temperaturunterschiede, fühlen Aggregatzustände. Die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde sind ihre ständigen Begleiter.  Die WAKITAS sind „Architekten und Bauherren“, sie planen, probieren, experimentieren, verwerfen und bauen wieder neu. Täglich spüren sie das Gewicht von Ästen, Steinen, Sand, Matsch, sie bekommen ein Gefühl für Gewicht, ihr Augenmass wird geschult. Sie erfahren Fliehkräfte beim Drehen des eigenen Körpers, fühlen, wie es ist, sich auf unebenem Gelände zu bewegen. Die WAKITAS sind Naturforscher, sie gehen auf Spurensuche, beobachten Insekten, erforschen die Wege der Ameisen, beobachten Tiere in Winterstarre. Dies alles geschieht spielerisch und ohne unser Zutun. Hinzu kommen die Erfahrungen, die die WAKITAS in unseren Projekten sammeln, wie z.B. Biologische Artenkenntnisse im Bereich von Flora und Fauna, Weltwissen in Bezug auf Planeten, Sterne, Weltall, das Begreifen von Naturzusammenhängen, der Jahreskreislauf von Pflanzen und Tieren, Kenntnisse im Umweltschutz usw.

6.4.  Kultur, Gesellschaft und Politik

Um den Blick auch über den eigenen Tellerrand zu richten, bieten wir den WAKITAS Einblicke in andere Lebenswelten. Dazu gehört ein Schulbesuch mit der gesamten Gruppe. Dieser Besuch ist jedoch nicht einseitig, wir laden die Schulklasse im Gegenzug zu einem Besuch in unserem Wald ein, damit auch die Lehrerin und die Schüler, die nicht in den Genuß eines Waldkindergartens gekommen sind, diesen kennenlernen können.

Eine Übernachtungsfahrt in den Wildpark lässt die Kinder über sich hinauswachsen, schon Wochen vorher wird gemeinsam geplant und überlegt, was ist wichtig, was darf auf keinen Fall vergessen werden, diese gemeinsame Reise stärkt das Gruppengefühl ungemein.

Besuche von anderen Waldgruppen geben uns die Möglichkeit, uns mit Gleichgesinnten auszutauschen, sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen. Auch Dorftage stehen turnusgemäss an, im Dorf sind die WAKITAS bekannt und gern gesehene Besucher.

Regelmässige Besuche unserer Försterin und der Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald halten uns über aktuelle Geschehnisse in Sachen Natur und Umwelt auf dem Laufenden. 

6.5.  Gestalten, Darstellen, Musik, Theater und Medien

Unseren WAKITAS steht kein vorgefertigtes Spielzeug wie Lego, Bausteine, Autos, Puppen, Kaufmannsladen usw. zur Verfügung. Sie gestalten sich ihren Kaufmannsladen selbst. Kinder sind in Bezug auf die Nutzung von Naturmaterialien in ihrem Spielverhalten die größten und phantasievollsten Gestalter.

Wir arbeiten nach den Methoden der Naturspielpädagogik. Die acht Naturprozesse eines Jahres werden in Projekte eingebunden, diese Projekte gliedern sich in Erlebnis, Spiel und Werkstatt. Zu jedem Naturprozess gehört auch ein Werkstattbereich, in dem die erlebten Eindrücke, die schon einen spielerischen Ausdruck fanden, um kulturell-handwerkliche Tätigkeiten erweitert werden, zum Beispiel: Filzen, Getreide mahlen, Brot backen, Papierschöpfen, Säen, Pflegen, Ernten.

Musik spielt in unserem gemeinsamen Leben im Wald eine grosse Rolle. Das Repertoire der Lieder, die ein Kind während seiner WAKITA-Zeit erlernt, ist beachtlich.

Durch unsere naturspielpädagogische Ausbildung und unsere wöchentlich stattfindende Theaterfortbildung  hat das Theaterspielen einen besonderen Stellenwert bei uns im Wald, sowohl im alltäglichen Miteinander als auch in der Projektarbeit. Höhepunkte sind Theateraufführungen auf unseren WAKITA-Festen, zu denen immer Eltern, Großeltern, Geschwisterkinder, Freunde und Nachbarn herzlich eingeladen sind.

Von den Kindern selbst gebaute und Orff`sche Musikinstrumente stehen den Kindern immer zur Verfügung.

Die Verwendung von technischen Medien findet bei uns im Wald mangels Strom selten statt.

Mit einer Digitalkamera dokumentieren wir unsere Projektarbeit und veröffentlichen die Aufnahmen sowie die Projektbeschreibung auf unserer Internetseite www.wakita.de  ca. alle sechs Wochen aktualisieren wir unsere Homepage.

Das Medium Buch hat bei uns einen festen Platz im täglichen Ablauf. Vor dem Essen lesen wir Geschichten vor, Fachbücher werden zu Rate gezogen, wenn wir mit der Beantwortung einer Frage nicht mehr weiterwissen. Bestimmungsbücher für Flora und Fauna, sowie diverse Naturführer stehen uns täglich zur Verfügung.

6.6.  Ethik, Religion und Philosophie

Im sozialen Umgang miteinander vermitteln wir den Kindern christliche Wertvorstellungen (siehe Partizipation und Sozialkompetenz).

Wir achten jedoch kindliche Gottesvorstellungen und respektieren ihre ureigensten religiösen Gedanken.

Kirchliche Feiertage werden in Bezug auf ihre Herkunft, Geschichte und Aussagekraft den Kindern nähergebracht und gefeiert.

Der Himmelfahrts-Gottesdienst findet traditionell auf unserem Waldgelände statt.

Seit der Gründung der WAKITA-Gruppe gestalten wir diesen Gottesdienst durch musikalische Beiträge und durch das Holen des Taufwassers aus unserem Brunnen mit.

Wir begleiten und verabschieden unsere WAKITAS im Schulanfänger-Gottesdienst.

Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur unseren Kindern zu vermitteln, ist ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit.

Ein Dankgebet vor dem Frühstück ist bei uns ein selbstverständliches Ritual.

Es liegt uns sehr am Herzen, unseren Kindern einen sorgsamen Umgang mit ihrer Umwelt und der Natur nahe zu bringen. Wir sind Gäste im Wald!!